Besonders schwierige Hörumgebungen simulieren

19. Dezember 2016

Es ist wirklich beeindruckend. Wenn man seine Augen schließt, fühlt man sich, als wäre man in einem Restaurant, an einer geschäftigen Straßenkreuzung oder in einer großen Kantine – alles schwierige Hörumgebungen für Schwerhörige. In Wirklichkeit ist man jedoch inmitten vieler, vieler Lautsprecher und das ist genau der Grund, warum Sivantos Entwickler Hörgeräte hier testen.

Diese Umgebung ist das Wellenfeldsynthese (WFS) Labor: 48 Lautersprecher (angebracht auf einem höhenverstellbaren Gestell), neun statische Deckenlautsprecher sowie zwei Subwoofer am Boden sorgen für die Geräuschkulisse unterschiedlicher Umgebungen. Die Wellenfeldsynthese (WFS) ist ein räumliches Audiowiedergabeverfahren, das akustische Umgebungen virtuell nachbildet. Das gelingt durch die Überlagerung von Schallwellenfronten vieler Einzellautsprechersignale. Ein mit der Anlage verbundener Computer berechnet diese Signale in Echtzeit so, dass sich die durch Überlagerung erzeugten Wellenfronten kaum von den Wellenfronten einzelner Audioquellen – z.B. Sprecher, Fahrzeug etc. – in der entsprechenden realen Umgebung unterscheiden. Durch WFS ist es auch möglich, Geräuschkulissen, die über die räumlichen Grenzen des Labors hinausgehen, abzuspielen. Das WFS Labor bietet so die perfekte Umgebung, um bereits existierende oder sich noch in der Testphase befindende Algorithmen zu testen, weiterzuentwickeln und zu optimieren.

WFS Prinzip (2)

Der Testhörer (in der Mitte) hört Audioquellen als wären sie außerhalb des Raumes. Sie werden mit Hilfe der WFS Lautsprecher simuliert.

Der Vorteil: Bereits in einem sehr frühen Stadium der Entwicklungsphase können die einzelnen Funktionen eines Hörgeräts in realitätsnahen Situationen überprüft werden. Bisher mussten die Hörgeräte und die Probanden in die jeweilige Umgebung gebracht werden, beispielsweise ins Restaurant, in der die Versuchsbedingungen sich von Minute zu Minute verändern konnten. Qualitative Tests können im WFS Labor beliebig oft wiederholt werden, so dass die Testresultate vergleichbarer werden. Am Ende profitiert der Hörgeräteträger von einem Produkt, das ihm auch in schwierigen Hörumgebungen hilft.